Ich teste Bikramyoga im BYS

Bikram Yoga ist keine Aufreißzone. Trotz der knappen Outfits. Wenn es ein vorher/nachher Foto von mir geben würde! Nach 90 Minuten im Bikram Yoga Schottenring in 1010 Wien sitzt die Friseur eindeutig nicht mehr. Mein Kopf ist rot wie eine Tomate, ich fühle mich wie nach einem intensivem Saunagang…und freue mich auf ein Date mit der Dusche.

Irina-Yoga-28

Dandayamana-Bibhaktapada-Paschimotthanasana (tatsächlich so!)


Some like it hot

Ich war vor einem Jahr schon einmal beim Bikram Yoga, und habe es in gemischter Erinnerung. Meine Haut war danach extrem trocken. Daher: trinken, trinken, trinken. Im Studio angekommen, erinnert mich Studiobesitzerin Tushima „Tammy“ Goswami Rauch, mir Wasser mit in die Stunde zu nehmen. Das Studio ist schön, und unglaublich voll.

Ich quetsche mich zwischen 2 Yogis. Mein schnuckeliger Nachbar links will mit mir Platz tauschen – und erklärt mir netterweise nachher, dass jetzt genau über mir ein Heizstrahler ist. Und ihm mein Platz zu heiß ist… Das Publikum ist jung, ich schätze durchschnittlich Mitte 20, und der Männeranteil ist für Yoga überdurchschnittlich hoch. 🙂

26 Asanas, 40 Grad, 100% Achtsamkeit

Es soll 40 Grad im Raum haben – ich schwitze schon vor der ersten Asana. Wir starten mit einer Atemübung im Stehen. Wir werden 26 Asanas machen, die jeweils 2 mal wiederholt werden; 2 Atemübungen inklusive. Die Asanas wären nicht so fordernd, wäre da nicht die Sauna-Atmosphäre. Für mich wird diese Bikram-Stunde zu einer Übung in Achtsamkeit. Voller Konzentration auf mich selbst – besonders auf eine regelmäßige, tiefe Atmung.

Der erste Teil der Stunde: viele Balance-Übungen im Stehen. Dabei immer schön einen Punkt anfokussieren. Die Anleitung von Yogalehrerin Tammy hört sich an wie von Band: „Lock the knees!“…, “Push, push, push…“ immer wieder und wieder, wie ein Mantra.

Ruhende Gedanken bei rasendem Pulswoods-14

Interessant ist, dass mein Körper einfach mitmacht, und meine Gedanken erstaunlich ruhig werden. Ich liebe es, wenn Yoga meine Gedankenflut beruhigt. Kurzer Check im Spiegel: mein Lächeln ist noch ausbaufähig. 😀

Eine der Regeln bei Bikramyoga ist, dass alle Yogis während der Stunde im Raum bleiben. Tammy weist eine Teilnehmerin recht scharf darauf hin: „…Ich kann nicht sehen, wenn es dir draussen nicht gut geht…“. Hmmm, was ich davon halten soll?

Im 2. Teil der Stunde kommen Asanas im Sitzen und Liegen, mit Savasana zwischendurch. Das Savasana ist extrem kurz – ca. 30 Sekunden. Ich versuche, das maximale rauszuholen: mein Puls rast. Tiiief und gleichmäßig atmen. Durch die Wärme bin ich viel, viel dehnbarer, die Vorbeugen gehen wie geschmiert. Abschließend machen wir 2 sehr schnelle Runden Kapalabhati. Mein durchtrainierter Nachbar rechts flucht leise: „Die spinnt ja…!“

Mein Fazit: ambivalent

Was mir an der Stunde gut gefallen hat: ich war gezwungen, bei mir zu bleiben. Keine Gedanken wie: „…was hat die für ein Outfit an an…“ oder „…wie macht der die Asana…“. Bikram ist wegen der Hitze fordernd, und daher für mich eine gute Übung, um meine Grenzen zu erkennen & einzuhalten. Durch die Hitze komme ich auch einfacher in die Asanas – und nehme sie intensiver wahr.

Dagegen ist die mechanische Anleitung á la Boot-Camp gewöhnungsbedürftig – das weckt den kleinen Anarchisten in mir. Und du musst echt aufpassen, genug zu trinken. Auch die immer gleichen Asanas sind sicher nicht jedermanns Sache. Ich bin auf jeden Fall immer wieder erstaunt, wie viele Anhänger Bikram-Yoga hat – manche mögen’s halt einfach heiß. 😛

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Lehrer:  ✪✪✪✪   ||   Lage:  ✪✪✪✪✪   ||   Studio:  ✪✪✪✪   ||    Preis-Leistung:  ✪✪✪
Yogastil: Bikram, hot, dynamisch ||   Schnupperangebot:  ja   ||    Suchtfaktor: ✪✪✪
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